Marie Guyard (1599-1672)

Marie Guyard wurde 1599 in Tours geboren und zog schon in jungen Jahren in die Vorstadt Saint-Pierre-des-Corps, wo ihr Vater Bäckermeister war. 1616 heiratete sie Claude Martin, einen Seidenarbeiter.

Mit 19 Jahren verwitwet und Mutter eines Sohnes, arbeitete sie rund zehn Jahre für ihren Schwager Paul Buisson, den Inhaber eines großen Unternehmens für Warentransporte zu Wasser und zu Lande im Viertel.

Die tief fromme Marie Guyard fühlte sich stets zum Ordensleben hingezogen. 1631 trat sie in das Kloster der Ursulinen ein und nahm den Namen Marie de l’Incarnation an. 1639 brach sie nach Kanada auf und gründete in Québec eine Gemeinschaft der Ursulinen. Damals eröffnete sie die erste Schule für indigene und französische Mädchen in Nordamerika.

Am 20. Juni 1980 sprach Papst Johannes Paul II. Marie de l'Incarnation selig. Papst Franziskus sprach sie am 3. April 2014 heilig, als die Ursulinen den 375. Jahrestag ihrer Ankunft in Kanada feierten.

Gemaltes Bildnis einer Ordensfrau mit schwarzem Schleier, die ein Kreuz an sich drückt